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Wildkräuterquark / Knoblauchsrauke

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Im Rahmen meiner Wildkräuterserie sind wir nun schon bei der zweiten Wildpflanze angelangt.
Letzten Monat ging es um das Scharbockskraut und diesen Monat möchte ich Dir die  Knoblauchsrauke ein wenig näher bringen.
Sie ist nämlich eine sehr vielfältige Wildpflanze.
Ihre Blätter haben einen knoblauchartigen Geschmack, die ungeschälte Wurzel hat einen meerrettichartigen Geschmack und die schwarzen Samen lassen sich ähnlich wie Pfeffer verwenden und Du kannst außerdem einen wunderbaren Senf daraus herstellen (leider mit viel Aufwand, aber es lohnt sich). Möchtest Du die Wurzel ernten, ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür: sie kann im Frühjahr oder Herbst geerntet werden.
Die Knoblauchsrauke enthält viel Vitamin A und C und topt mit ihren Mineralstoffen.
Sie wirkt antibakteriell und blutreinigend, entzündungshemmend bei innerer und äußerer Anwendung, d.h. Du kannst sie klein gehackt auch als Wundauflage verwenden. Aufgrund ihrer harntreibenden und stoffwechselanregenden Wirkung ist sie ideal für Frühjahrskuren. Ein frisch gepresster Saft ist hier besonders wirksam. Außerdem dient sie als Gurgelmittel zur Festigung von Zähnen und Zahnfleisch.
Ich denke das sind doch Gründe genug sich diese Pflanze einmal näher anzuschauen, oder?

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Die Knoblauchsrauke (Alliaria officinalis) gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse.
Ihr Äußeres kann ein wenig für Verwirrung sorgen, da sie auf verschiedenen Fotos unterschiedlich aussieht. Das liegt daran das ihre Blätter in der Form und Größe stark variieren.
Die unteren Blätter der Pflanze sind groß, nierenförmig und am Rand grob gekerbt, die oberen Blätter hingegen spitz, herzförmig und stark gezähnt, wie auf dem unteren Bild gut zu erkennen ist.

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Die weißen Blüten (siehe oben) sind sehr geschmacksintensiv und können gut als Deko für Salate und andere herzhafte, rohköstliche Gerichte verwendet werden.
Die Blütezeit ist Mitte April bis Juli und die Erntezeit der Blätter ist April bis Juni. Meist treibt die Knoblauchsrauke aber im Herbst noch ein zweites Mal aus und erfreut uns mit ihren schmackhaften, jungen Trieben.
Du findest die Knoblauchsrauke in Laubwäldern, Wald- und Wegrändern, an Hecken und in Gärten. Es gibt zum Glück keine Verwechslungsgefahr mit einer giftigen Wildpflanze.
Wenn Du noch wenig bis gar keine Erfahrung im Sammeln von wildkräutern hast kannst Du Dir gerne noch mal meine Tipps zum Sammeln durchlesen.

Mein Tipp für Dich: eine wunderbare Möglichkeit die Wildkräuter zu „studieren“ ist sich eine Art Herbarium an zu legen. Das ist Lernen mit allen Sinnen und dadurch prägen sich die Pflanzen besser ein.
Ich habe mir z.B. ein Buch gemacht, in dem ich die gepresste Pflanze, Fotos vor und während der Blütezeit und alles was mir an Informationen zu der Pflanze wichtig erschien, eingetragen habe. Das Buch wächst von Jahr zu Jahr. Hier zwei Fotos von den Seiten mit der Knoblauchsrauke.

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Da es im März doch noch recht kühl war, kamen die Pflänzchen der Knoblauchsrauke nur sehr zaghaft hervor.
Bei meinem Streifzug durch die Wälder bin ich aber trotzdem vor einigen Tagen fündig geworden, so das ich mit einem Beutel gemischter Wildkräuter, darunter auch viel Knoblauchsrauke, nach Hause kam.
Und damit habe ich das erste Rezept für Dich kreiert: ein roh-veganer Wildkräuterquark auf Cashewnussbasis. Er ist im Grunde super einfach selbst zu machen und unglaublich lecker im Geschmack. Ich habe ihn auf Rohkostbrot gegessen, fand ihn aber auch herrlich als Dip für Gemüsesticks.

Du benötigst für dieses Rezept einen Hochleistungsmixer, sowie einen Nussmilchbeutel (alternativ tut`s aber auch ein Abtrockentuch)


Hier also die Zutaten für eine große Schale Wildkräuterquark:

  • 400g Cashewkerne
  • 1/2 TL probiotisches Pulver (ich nehme das von Pure Raw und mache damit gute Erfahrung)
  • eine halbe Zitrone
  • 2 Hand voll Scharbockskraut
  • 2 Hand voll Knoblauchsrauke
  • beliebige Wildkräuter, die Du kennst. Ich habe noch Giersch, Brennessel, Gundermann und etwas Bärlauch genommen. Wenn Du noch Anfänger in der Wildkräuterkunde bist und Dir nicht sicher bist, belass es bei dem Scharbockskraut und Knoblauchsrauke, da der Quark auch mit diesen beiden Kräutern hervorragend schmeckt. Ich garantiere Dir das Du im Laufe dieser Serie noch so viele Widkräuter kennen lernen wirst, das Du im Oktober in der Lage sein wirst Dir einen Kräuterquark mit vielen verschiedenen Wildkräutern selbstständig zu zaubern. Einfach etwas Geduld und dabei bleiben….
  • Meersalz nach Geschmack
  • etwas Pfeffer
  • etwas Muskat

Die Cashewnüsse über Nacht einweichen, bis sie schön weich sind. Wasser abgießen und mit ca. 80ml frischem Wasser im Mixer auf höchster Geschwindigkeit zu einer feinen Creme mixen. Dann das Probiotikum zugeben und nochmals kurz mixen.
Gebe diese Creme nun in einen Nussmilchbeutel (alternativ ein Abtrockentuch nehmen), knote diesen sehr feste zusammen, so das die Masse richtig fest gepresst wird, und gebe dies nun in ein Sieb. Gebe einen Teller auf den Beutel mit der Masse und darauf einen  Stein oder einen anderen schweren Gegenstand. Am besten unter das Sieb eine Schüssel geben, um heraustropfende Masse auffangen zu können. Nun lasse die Masse 24 Stunden lang fermentieren.
Nach dieser Zeit gebe den frisch ausgepressten Zitronensaft hinzu, hacke die Wildkräuter sehr fein und vermische sie zusammen mit dem Zitronensaft in dem Quark. Zum Schluß noch mit den Gewürzen abschmecken. Fertig!!!

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Es hört sich erst mal etwas aufwendig an den Quark her zu stellen. In Wirklichkeit ist es aber sehr einfach, und je öfters Du Dir auf solche Art und Weise Quark und Frischkäse machst, desto einfacher wird es. Nach ein paar Mal läuft es schon spielend nebenbei.
Mache den Quark und überrasche damit auch Nicht-Rohköstler! Denn er ist so köstlich das er selbst „Rohkostkritikern“ schmeckt. Durch die Fermentation werden die Cashewnüsse verdaulicher und der Quark schmeckt angenehm leicht.

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Wenn Du Dich nochmal informieren möchtest was es mit dieser Wildkräuterserie so auf sich hat, kannst Du hier noch mal nach lesen.
Vielleicht kannst Du dieses sonnige Wochenende nutzen, um Wildkräuter zu sammeln. es ist eine herrliche, entspannende Naturerfahrung. Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Spaß dabei.
Alles Liebe und ein sonniges, wildkräuterreiches Wochenende wünsche ich Dir.

 

 

 

 

 

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