Aus meinem Rohkostleben, meine besonderen Empfehlungen
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Über die Selbstliebe und die Nächstenliebe

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Hier möchte ich gerne mal etwas mit Euch teilen, was mir persönlich sehr wichtig ist. Ich ernähre mich jetzt schon seit einigen Jahren vegetarisch, seit letztem Jahr vegan und rohköstlich. Ich habe in meinem Umfeld einige, die sich ebenso vegan ernähren. Hier habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, das Veganer untereinander häufig sehr streng miteinander umgehen. „Was, Du trägst Lederschuhe? Wie kannst Du alles tierische in Deiner Nahrung ablehnen und dann Lederschuhe tragen? Und aus was ist Dein Gürtel? Der glänzt ja auch wie Leder? Das ist doch völlig inkonsequent!“ Oder andere Veganer erfahren, das meine Kinder Käse auf`s Brot essen und schauen mich mit einem Blick an, der töten könnte und sagen:“Ach! Deine Kinder sind nicht vegan?“ Mit der Rohkost habe ich da bessere Erfahrung gemacht. Die Rohköstler, die ich kennen gelernt habe,  kommentieren es zum Teil überhaupt nicht das ich auch hin und wieder etwas Gekochtes esse. Es ist da auch nicht so schlimm, wenn man keinen rohen Agavendicksaft im Haus hat, das man stattdessen ausnahmsweise mal einen „normalen“ nimmt.

Mir ist es wichtig mit euch zu teilen wie wertvoll und notwendig der liebevolle Umgang mit sich selbst und den Mitmenschen ist. Jede Ernährungsumstellung, egal in welche Richtung, ist auch mit Hürden und Schwierigkeiten verbunden. Wenn Du verbissen an die Sache heran gehst und streng und zu kritisch mit Dir selbst umgehst, bist Du vielleicht nach kurzer Zeit frustriert und denkst Dir, das die vegane Ernährung oder die Rohkost nicht das Richtige für Dich sei. Der Schritt vegan oder roh-vegan zu leben sollte aus einem inneren, freiem Wunsch heraus entstehen etwas Gutes für die Umwelt, die Mitmenschen und den Tierschutz zu tun, und nicht weil es gerade hipp ist, die veganen Kochbücher und „Raw“-Bücher boomen und der Anteil an Rohkostschokolade in den Biosupermärkten stetig steigt. Wenn Du Lust auf etwas Gekochtes oder auf ein tierisches Produkt hast, dann nehme dieses Gefühl ernst und schiebe es nicht beiseite: Vielleicht fehlt Deinem Körper etwas, was in diesen (aber auch in anderen) Nahrungsmittel drin ist. Da aber das Essen (wie, wann und was Du ißt) konditioniert ist, greift der Körper erst mal fast völlig automatisiert auf die ihm bekannten und als angenehm abgespeicherte Nahrungsmittel zurück. Wenn Du einen Schritt zurückgehst und Dir Dein Essverhalten aus der Distanz heraus anschaust, weißt Du wahrscheinlich selbst am besten welchen Nährstoff Deinem Körper fehlt und kannst ihm so liebevoll diesen Nährstoff geben aus einem Nahrungsmittel, welches besser für Dich ist. Irgendwann sind die „neuen “ Lebensmittel ebenso abgespeichert wie die Alten es waren, so das Du beim Anblick eines Stück Fleischs oder bei Pasta mit Käsesauce kein Heißhungergefühl mehr entwickelst. Glaubt mir, ich rede da wirklich aus Erfahrung! Wie lange Du für Deine Ernährungsumstellung brauchst bestimmst Du selbst. Ob Du 100% vegan oder roh- vegan leben möchtest bestimmt ebenfalls nur Du! Mach Dir keinen Druck, geh liebevoll mit Dir um.

Wenn das mit der Selbstliebe gut klappt (es ist wirklich eine Übungssache), dann kommt die Nächstenliebe ganz automatisch! Wenn Du Dir selbst verzeihen kannst, das Du ein Fischbrötchen oder ein Stück Sahnetorte gegessen hast, desto weniger wirst Du auch Deine Mitmenschen verurteilen wenn sie Lederschuhe tragen.

Auch ist es mir wichtig das man andere Menschen nicht verurteilt, nur weil sie nicht so konsequent vegan leben. Ich kann mit einem Menschen am Tisch sitzen, der Fleisch ist ohne ihn zu verurteilen. Ich finde es zwar nicht gut, aber das macht für mich den Menschen nicht zu einem schlechteren Menschen.Wie kann ich mich denn für die Tierliebe einsetzten, dabei aber die Liebe zu meinem Nächsten vergessen?

Ich möchte auch ein Vorbild für meine Kinder sein. Ein großer Wunsch für mich wäre es wenn Sie sich als Erwachsener vegetarisch, oder gar vegan ernähren. Aber das sollen sie frei entscheiden und sich nicht mir zu Liebe oder aus einem Schuldgefühl heraus für diese Lebensweise entscheiden. Und wie können Sie sich frei entscheiden? In dem sie auch das andere kennen. Bei uns ist klar: unsere Küche ist und bleibt vegetarisch, wenn Sie aber bei Oma oder auch im Kindergarten sind dürfen sie Fleisch essen. Der Große hat noch nie Fleisch probiert. Er guckt das Essen angeekelt an und sagt:“ ich esse doch keine toten Tiere. Das sieht ja aus wie ein toter Löwe!“ Der Kleine hat mal probiert, fand es zu Anfang lecker, hat aber insgesamt nur ein paar Stückchen gegessen. Wichtig ist mir, wenn meine Kinder Fleisch probieren wollen, das das Fleisch aus Demeter-Tierhaltung oder vom biologisch wirtschafteten Bauern nebenan stammt. Tiere aus Massentierhaltung dürfen sie nicht essen, nirgends! Ich möchte die Massentierhaltung in keinster Weise unterstützen, außerdem ist es bei den antibiotikabelasteten Tieren ein enormes gesundheitliches Problem dieses Fleisch zu essen, was ich nicht für meine Kinder möchte. Trotzdem werde ich respektieren müssen das sie als Erwachsener vielleicht mal genau dieses Fleisch aus Massentierhaltung essen werden, wenn es dann überhaupt noch Massentierhaltung gibt (glücklicherweiße tut sich auf diesem Gebiet ja gerade einiges).

Ich trage Lederschuhe, ja! Ich habe sie mir gekauft, bevor ich Veganer wurde. Ich trage Schuhe immer, bis sie völlig auseinanderfallen. Wenn dies der Fall sein sollte, weiß ich nicht, ob ich noch mal einen Lederschuh kaufen werde. Ich habe mich schon nach veganen Schuhen umgeschaut, aber noch nicht wirklich was gefunden, was mich überzeugt. Da ich beim Kauf von neuen Sachen auch immer auf faire Arbeitsbedingungen der Hersteller achte, ist es für mich enorm schwer einen guten Schuh zu finden. Für mich muß ein Schuh in erster Linie bequem sein und sehr robust, da ich ihn auf Wald und Wiesen anziehe. Ich trage gerne den Duck Feet und habe leider noch nichts vergleichbares, veganes gefunden. Wenn also jemand einen Schuh kennt, der nachweislich unter fairen Arbeitsbedingungen produziert worden ist und bequem, robust, schön und auch noch vegan ist, würde ich mich sehr über einen Hinweis freuen.

Geht achtsam und liebevoll mit euch um! Ein schönes Wochenende wünsche ich euch!

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