Aus meinem Rohkostleben
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Macht Rohkost psychisch krank?

Was für eine provokante Frage!!!
Wie komme ich darauf solch eine Frage zu stellen, wirst Du wahrscheinlich jetzt denken. Was hat Rohkost mit einer psychischen Erkrankung zu tun? Rohkost macht doch gesünder und ist doch auch in der Lage psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen, Angststörungen oder ADS zu verbessern oder gar zu heilen. Also wieso soll sie dann krank machen???
Ich frage Dich: wie lange isst Du schon Rohkost? Ernährst Du Dich zu 100% roh oder isst Du auch gekochtes?
Hast Du Rohkosterfahrungen oder bist Du Neueinsteiger?
Wenn Du Dich schon längere Zeit rohköstlich ernährst wirst Du vielleicht festgestellt haben das Du mit der Zeit immer feinfühliger, bzw. sensibler wirst.
Ich ernähre mich jetzt seit 3 Monaten ausschließlich von Rohkost. Rohkosterfahrungen habe ich schon länger. Diejenigen die mein Blog verfolgen wissen das ich immer wochenweise oder tageweise roh gelebt habe und dann aber mal wieder z.B. ein paar gekochte Kartoffeln gegessen habe. Nun habe ich mich aber den ganzen Sommer über von Rohkost ernährt. Ich habe es mir nicht vor genommen. Ich bin einfach morgens aufgestanden und habe gedacht: „So! Und nun esse ich roh!“ Wie lange wußte ich nicht. Ich habe einfach auf meinen Körper gehört und danach gelebt.
Wie lange ich jetzt noch roh esse weiß ich auch nicht. Ich versuche in meiner ganzen Lebensweise nicht zu dogmatisch zu sein, sondern versuche liebevoll mit mir und meinen Bedürfnissen umzugehen, d.h. wenn ich z.B.Lust auf Kartoffel, Reis, Quinoa oder Kürbis habe werde ich dies in Maßen essen. Ich achte lediglich darauf das meine Nahrung vegan und vollwertig ist. Im Moment macht es mir Spaß mich rohköstlich zu ernähren und zu beobachten was es mit mir macht.
Als ich angefangen habe mich mit Rohkosternährung auseinander zu setzen und verschiedene Bücher und Blogs studiert habe, habe ich immer wieder gehört das man nicht nur roh essen kann ohne sein bisheriges Leben zu hinterfragen und zu ändern. Das man spiritueller und klarer wird.
„Spannend“, dachte ich damals und fing an meinen Rohkostanteil zu erhöhen. So lange bis ich ganz roh war. Als ich nach ein paar Tagen bei mir immer noch keine Veränderung bemerkte, dachte ich:“sch…. Rohkost! Bei mir tut sich gar nichts! Ich werde weder klarer noch weißer, noch irgendwas. Ich bin nur hungriger und schlecht gelaunt!
Nun bin ich fast 2 Jahre dabei. Mein Ernährung besteht seit dieser Zeit aus mindestens 80% Rohkost, seit 3 Monaten wie bereits gesagt aus 100% Rohkost. Tage, an denen ich nur Erhitztes esse, kann ich mir nicht mehr vorstellen. Ich hätte das Gefühl daran zu ersticken!!!
Rückblickend kann ich aber jetzt sagen: auch ich bin wesentlich spiritueller und klarer geworden. Ich habe die Veränderung erst nicht bemerkt:auf einmal war sie da!
Ich war schon immer ein hochsensibler Mensch, nun bin ich noch sensibler geworden. Auf einmal kann ich Dinge, die ich früher gemacht habe nicht mehr so leicht machen, weil ich zu viel von außen wahr nehme. Ich nehme den Schmerz anderer Menschen noch intensiver wahr, spüre deren unterdrückte Aggressionen, deren Ängste und Sorgen.
Ich habe eine erhöhte Sensibilität gegenüber Plätzen und Orten, die mir nicht gut tun. Manche Gebäude kann ich kaum betreten, obwohl sie von außen betrachtet architektonisch geradezu ein Wunder sind. Aber wenn ich sie dann gegen mein Bauchgefühl betrete zieht es mich unheimlich runter. Ich bekomme so eine schlechte Laune, fühle mich leer! Das Gefühl lässt erst wieder nach wenn ich das Gebäude verlassen habe.
Früher habe ich Konflikte mit Mitmenschen häufiger verdrängt, wenn sie mir zu übermächtig erschienen. Heute kann ich nicht mehr verdrängen: ich muß den Konflikt angehen und habe auch die Kraft dazu!
Das heißt ich bin auf der einen Seite sensibler, nehme viel mehr wahr, habe auf der anderen Seite aber auch viel mehr Klarheit und Kraft. Ich hadere nicht mehr so lange mit Entscheidungen herum. Ich sehe ganz klar was zu tun ist.
Ich vertraue mehr auf meinen Bauch, komme immer mehr vom Kopf weg!
Das ist das, was ich mit psychisch krank meine. Denn die Umstellung auf Rohkost ist zum Teil häufig für viele nicht einfach zu ertragen. Wenn man auf einmal so viel intensiver wahrnimmt, fragt man sich dann doch mal, ob mit einem irgend etwas nicht stimmt!

Mir ist durch die Umstellung bewusst geworden, wie sehr man sich durch falsches Essen „einnebeln“ kann. Das man sich nicht nur mit Alkohol und Zigarretten betäuben kann, sondern auch durch ungesundes Essen. Es scheint völlig normal zu sein, mittags oder nachmittags müde zu sein und einen Kaffee zu brauchen, um wieder in die Gänge zu kommen. Auch ist es für viele schon ein normaler Anblick durch die Stadt zu gehen und die Menschen ganz starr und „leblos“ wirkend an einem vorbei ziehen zu sehen. Erst wenn die eigene Lebendigkeit wieder da ist, fällt auf, wie „leblos“ viele Menschen sind. Mit diesen neuen Eindrücken heißt es dann umgehen zu lernen.
Wie ich es schaffe mit diesen neuen Eindrücken um zu gehen, möchte ich Dir in meinem zweiten Teil mit teilen. Dort werde ich berichten warum ich es liebe hochsensibel zu sein, was der Vorteil daran ist und wie ich mich vor zu vielen Einflüssen schütze.

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7 Kommentare

  1. Danke dir für diesen Artikel! 🙂 Bei dem ein oder anderen Punkt konnte ich mich sehr gut wieder finden. Bin selbst bisher eher bei einzelnen Rohkosttagen, aber ich merke schon, dass für mich ein Tag ganz ohne frisches Obst/Gemüse geradezu undenkbar ist. Auf den zweiten Teil bin ich jedenfalls schon gespannt! 🙂
    Alles Liebe.
    Carmina

  2. Kann ich voll bestätigen was Du schreibst. Bin zur Zeit auch nur auf 80% Roh, aber meine längste 100%Roh-Zeit waren 1,5 Jahre. Das war eine Sensibilitäts- und Vitalitätssteigerung von mind. 100%. Teilweise konnte ich die Aura diverser Menschen klar und leuchtend sehen. Auch mein eigener Körper wusste genau bevor ich etwas in den Mund steckte ob das jetzt gut für mich war oder nicht. Wie alles im Leben hat aber auch das zwei Seiten. Soviel Energie zu haben kann einem auch Angst machen. … Meinen Alltag hab ich damals im Dauerlauf erledigt. Um wieder runter zukommen von dem Energielevel hab ich dann angefangen ein wenig gebackenes Getreide zu essen. Die Menschen um mich herum wurden mir immer seltsamer mit ihren
    Unpäßlichkeiten und Stimmungstiefs und ihrer Uneinsichtigkeit bezüglich Ernährung. Wenn man selber Rohköstlerin ist, kann man nur lernen andere zu lassen und leider auch zu meiden, weil die Ausstrahlung anderer Menschen mitunter nicht zu ertragen ist. Ist man gezwungen sich an Orten und unter Menschen aufzuhalten die nicht konform mit einem selbst sind, kann das ein Problem werden. Beste Grüsse von Sabine

  3. Freut mich, Mina, das Dir dieser Artikel gefallen hat.
    Du hast Recht Sabine: so viel Energie zu haben macht erst mal Angst, weil es so ungewohnt ist. Wohin mit der ganzen Energie. Da gilt es sie in die richtigen Kanäle zu lenken und das ist nicht immer einfach. Ich komme Stück für Stück weiter und weiß damit umzu gehen. Das man auf einmal Menschen nicht mehr erttragen kann, mit denen man zuvor regelmäßig zusammen wwar kenne ich auch zu gut…..
    LG Diana

  4. Löwenma sagt

    Willkommen in meiner Welt. Ich bin auch hochsensibel. Schon immer gewesen. Aber ich habe es unterdrückt -mein Vater war gewalttätig und als ich immer mehr den Eindruck hatte in meiner Ehe zu ersticken und ging wurde mein Exmann es auch.
    Ich musse bei meinem Weggang wieder mehr auf mich hören – in mich hören – meine Bauchgefühl trauen…und meine „verschütteten Fähigkeiten“ kamen zurück.
    Inzwischen bin ich mir dessen bewusst und es ist unglaublich anstrengend mir Gerichtstheater etc. Mein Sohn ist auch sehr sensibel -ich vermute ebenfalls hochsensibel – spricht auf kleinste Stimmungsveränderungen an. Leider eckt er damit auch in der Schule an, wenn es ihm zu viel wird und sich in der lauten Klasse nicht konzentrieren kann. Ich möchte ihn so gerne beschützen, kann es aber momentan bei mir selbst nur schwer…
    Aber wir arbeiten daran und seit es mir klar ist, kann ich besser abschätzen, wogegen ich mich früher abgrenzen muss, um besser gestärkt ganz bei mir zu sein… das ist doch ein Erfolg… ?

    • Liebe Löwenma,
      danke für Deinen Kommentar.Leider vermute ich das viele Menschen mit Hochsensibilität in ihrem Leben, insbesondere in der Kindheit Gewalterfahrungen durchleben müssen, da sie als Kind nicht die „einfachsten“ sind. Durch ihre extreme Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Eindrücken, Stimmungen,ect… sind sie häufig übel gelaunt, was sie durch ständiges Quengeln zum Ausdruck bringen. Viele Erwachsene können damit nicht umgehen und kommen in der Erziehung an ihre Grenzen. Doch gerade bei hochsensiblen Kindern wäre es so wichtig sie mit Achtsamkeit und viel Liebe zu begleiten. Oft ist es dann nicht so einfach als Erwachsener wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Die große Kunst ist sich selbst damm mit viel Achtsamkeit und Liebe zu begleiten…..
      Wünsche Dir das Du diese Achtsamkeit und Liebe für Dich und Deinen Sohn findest…..
      LG Diana

      • hi Diana, auch wenn das jetzt nichts mit Rohkost zu tun hat, aber Deine Schlußfolgerung bezüglich Gewalt und Hochsensibilität geht m.E. nicht auf. Hier wird wieder das Kind der Buhmann. Die Neigung zur Gewalttätigkeit der Erziehungsberechtigten und Machthabenden, die ständige Angespanntheit in so einem Zuhause, die Angst Mittelpunkt dieser Aktionen zu werden muss ein Kind hochsensibel werden lassen um seine entsprechenden Abwehrstrategien zu leben. Die kleinsten Stimmungsschwankungen der Erwachsenen werden dann wahrgenommen, bevor diese es selber wissen. Vergleichbar mit Wildtieren deren Sensibilität auch nur ihrem Schutz dient.

  5. Hallo Sabine,
    du hast völlig Recht das ein Kind in einem unausgeglichenem Elternhaus sensibler für Stimmungen der Erwachsenen wird. Hochsensibilität ist jedoch noch mal etwas anderes und ist angeboren, kann also nicht erworben werden. Und ja: gerade in einem Elternhaus, in dem unterdrückte Aggressionen an der Tagesordnung sind fällt ein hochsensibles Kind auf, da es diese wahrnimmt und sie zum Teil stellvertretend für die Eltern lebt, was wiederrum die Eltern im höchsten Maß heraus fordert. In einem Elternhaus wo Gefühle wie Wut und Trauer ausgewogen sind, d.h. nicht unterdrückt sind, wird ein hochsensibles Kind wahrscheinlich gar nicht so auffällig werden. Hochsensibilität verbirgt sich auch hinter vielen Diagnosen im Kindesalter, wie z.B. ADS/ ADHS und autistische Störungen. Ich habe in meiner Tätigkeit als Ergotherapeutin und Psychotherapeutin (HPG) langjährig systemisch mit Familien gearbeitet, wo gewisse Muster immer wieder beobachtbar waren. Es hat mir gezeigt das es immer wichtig ist bei einem hochsensiblen Kind darauf zu schauen wie die Gefühle der Bezugspersonen sind, d.h. nicht das Kind ist aggressiv, sondern es lebt die Aggressionen der Eltern aus. Wenn ich sage das Eltern durch die Quengeleien ihrer Kinder an ihre eigenen Grenzen kommen, möchte ich das Kind nicht zum Buhmann machen, sondern es sind lediglich meine Erfahrungen aus meiner Arbeit und meines Mutter Daseins, die ich hier teilen möchte.
    LG Diana

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