Aus meinem Rohkostleben
Schreibe einen Kommentar

Macht Rohkost psychisch krank? (Teil 2)

Im ersten Teil meines Artikels habe ich darüber geschrieben was die Umstellung auf die 100%ige Rohkost mit mir und meinem Seelenleben gemacht hat.
Ich habe einige Zuschriften bekommen, in denen mir Menschen mitteilten das es Ihnen genauso ergangen ist und das es teilweise sehr schwierig ist im Alltag mit dieser neuen Energie, sowie der Hochsensibilität umzugehen. Einige teilten mir mit, das sie Menschen, mit denen sie vorher regelmäßig zu tun hatten, auf einmal nicht mehr ertragen konnten.  Auch wußten viele wie es sich anfühlt wenn man bestimmte Plätze oder Gebäude nicht mehr betreten kann, weil sie schlechte Gefühle in einem auslösen.
Auch wurde mir mitgeteilt, das bewusst wieder etwas gekochte oder gebackene Nahrung aufgenommen wurde,damit diese Hypersensibilität etwas gedämpft wird und der Energiepegel nicht zu hoch ist. Mit Rohkost ist die Energie mitunter derart hoch, das es für die erste Zeit schwierig sein kann diese zu kanalisieren.
Kaum jemand ist es gewohnt so viel Energie zu haben, putschen sich doch viele von uns künstlich mit viel Kaffee und schwarzem Tee hoch, um den Tag irgendwie zu überstehen. Wer aber einmal so richtig auf Rohkost umgestiegen ist, diese richtig umgesetzt hat (d.h. viel Gemüse, weniger Obst) und dies auch mal eine Zeit lang durchgehalten hat, möchte diese Energie nicht mehr missen.
Es ist eine unglaubliche Unabhängigkeit und Freiheit nicht mehr von irgendwelchen Nahrungsmitteln oder Getränken abhängig zu sein, sondern selbstbestimmt zu entscheiden was man essen und trinken möchte. Und da reicht schon so wenig am Tag….
Ich bin immer wieder erstaunt mit wie wenig Essen ich klar komme. Habe ich doch früher mehrere Brote und mehrere Teller gekochte Speisen täglich zu mir genommen, um mich satt zu fühlen, brauche ich heute nur noch 2 Mahlzeiten am Tag: mein Morgenmüsli und einen Salat mit verschiedenen Gemüsesorten oder ein anderes Rohkostgericht. Aber es bleibt häufig bei einem Teller. Ich fühle mich dann einfach rundum gesättigt und fit.

All die Zuschriften zeigten mir mal wieder wie wichtig es ist darüber zu schreiben wie mit dieser neuen Lebensenergie umgegangen werden kann.
Der Schlüsselbegriff für alles Wohlergehen ist die Achtsamkeit. So achtsam wie ich als Veganer mit den Tieren und der Umwelt umgehe, so achtsam gehe ich auch nun mit mir selbst um. Und das geht mit Rohkost leichter, da Du besser und schneller merkst was Du brauchst.
Die große Kunst, die es für jeden Hochsensiblen zu erlernen gilt ist genau zu erspüren, was Du in diesem Moment brauchst und Dich vor zu viel Einflüssen, auch medialen Einflüssen zu schützen. Durch Internet, Zeitung, Radio und TV wissen wir immer sofort was in der Welt passiert. Aber leider passieren auch viele schreckliche Sachen, an denen ein hochsensibler Mensch dann unglaublich leiden kann.
Ich schütze mich in dem ich an manchen Tagen überhaupt keine Informationen von außen an mich heran lassen. Fernsehen schaue ich sowieso nicht (bis auf meinen Sonntags- Tatort), das Radio bleibt an diesen Tagen aus, die Zeitung im Geschäft und im Internet wird nur das Allernötigste erledigt.
Am Anfang hatte ich Sorge das ich dadurch unterinformiert bin und wichtige Dinge gar nicht mit bekomme, doch das ist Quatsch! Wenn etwas wirklich wichtiges passiert, bekommst Du es auch von anderen Menschen mit geteilt. Wenn Du in einem gesunden Austausch mit Deinen Mitmenschen bist wirst Du erfahren was politisch gerade los ist. Die grausamen Bilder und Berichte aber kannst Du Dir ersparen. Wenn Du zu viel aufnimmst und zu viel Trauer und Leid empfindest, lähmt Dich das nur in Deinen Handlungen. Bestes Beispiel ist die aktuelle Flüchtlingskrise. Sie geht mir selbst sehr nahe und darum nehme ich dies als Beispiel: wenn Du Dir den ganzen Tag über immer mal wieder Bilder und Berichte vom Syrienkrieg und der Flucht der Menschen über`s Mittelmeer reinziehst und Du so darüber trauern mußt, das es Dich lähmt, ist den Menschen dort auch nicht geholfen. Dann ist es wahrscheinlich ein besserer Weg es bei den Informationen, die Du bislang hast zu belassen und Deine Energie in die Flüchtlingshilfe zu investieren. Denn da wird derzeit so viel Hilfe benötigt, das jede neue Hand zählt. Verstehst Du, was ich meine? Bei einem sehr sensiblen Menschen (was die Rohkost ja aus einem macht) gilt es in jedem Augenblick genau in sich hinein zu spüren, ob noch mehr Informationen, Bilder, Berichte, ect…notwendig sind. Wenn Du im richtigen Moment einen Schritt zurück gehst wirst Du mit viel guter Energie Deine Dinge erledigen können.
Wenn ich mal wieder zum Thema Flüchtlingshilfe komme und Du evtl. mit dem Gedanken spielen solltest auch dort zu helfen, sind vielleicht auch nicht alle Einsatzorte für Dich geeignet. Genau hinschauen solltest Du dort wo Du in unmittelbarem Kontakt mit den Flüchtlingen stehst, denn dort kann sich deren Leid auf Dich übertragen. Es gibt viele Einsatzorte, wo Du nicht in Kontakt mit diesen Menschen bist, jedoch trotzdem eine sehr große Hilfe für die Flüchtlinge sein kannst.

Was machst Du aber wenn Du bereits zu viele Informationen aufgenommen hast, weil Du es nicht rechtzeitig geschafft hast Dich zu schützen?  Dies passiert sehr leicht, wenn Du z.B. viele Erledigungen in der Stadt machen mußt, oder Du bei Veranstaltungen warst an denen viele andere Menschen auch teil genommen haben?
Dies kann sehr leicht passieren, insbesondere dann, wenn die Veranstaltung sehr spannend war, so das Du für diesen Moment die anderen Menschen ausgeblendet hast. Nach Stunden auf dieser Veranstaltung oder in der Stadt merkst Du aber, das gar nichts mehr geht.
Für extrem geräuschsempfindliche Menschen gibt es die Kopfhörer aus dem Baumarkt. Da gibt es welche, die nahezu alle Geräusche von außen derart abdämmen, das unser Gehirn zur Ruhe kommen kann. Mein 6jähriger Sohn, ebenfalls sehr hochsensibel und seit 4 Wochen in der Schule, benutzt diese Kopfhörer fast täglich, besonders in Gruppensituationen. Da er auf einer freien Schule ist, kann er zum Glück selbst entscheiden ob er alleine oder mit einem anderen lernen möchte. Aber in den 3 Gruppensituationen (Morgenkreis, Frühstück, Abschlusskreis) zieht er häufig die Kopfhörer auf. Ich bin froh das es für ihn diese Möglichkeit gibt und das er so schon sehr früh lernt auf seine Bedürfnisse zu achten und  für sich selbst zu sorgen.
Eine andere Möglichkeit ist es vor Ort die Augen zu schließen und bewusst zu atmen. Stelle Dir dabei bildlich vor wie Dein Atem durch die Nase, die Luftröhre herunter über die Arme und alle weiteren Körperteile bis letztendlich in die äußere Fußspitze fließt.
Dies ist eine gute Möglichkeit vom Kopf, d.h. von unseren Gedanken weg zu kommen und sich wieder mit dem eigenen Körper zu verbinden. Wenn Du dabei noch die Möglichkeit hast Barfuß zu laufen ist es perfekt!
Wenn ich merke, das ich in Stresssituationen komme versuche ich Barfuß zu laufen und mich dabei auf meine Füße zu konzentrieren, d.h. genau zu spüren wie der Untergrund ist, auf dem ich gerade laufe. Wenn ich dabei noch tief und gleichmäßig atme kann ich mich eigentlich sehr schnell wieder erholen. Ich laufe jeden Morgen erst mal eine Runde Barfuß durch den Garten. Das Gras ist dann noch nass und jetzt Ende September ist es mitunter schon ganz schön kühl morgens auf dem Gras. Aber es hat einen Gewöhnungseffekt und lässt Dich gut in den Tag starten.
Vielleicht findet sich auch eine Möglichkeit zum Kneippen. Wenn Du in der Nähe eines Sees, Meeres oder einem anderen Gewässers bist kannst Du bis zu den Knien langsam in das kalte Waser gehen und so lange drin bleiben, bis Du es nicht mehr aushältst. Dies kannst Du, wenn Du ein wenig in Übung bist Sommer wie Winter durchführen. Kältereize auf der Haut beleben unseren Körper, so das wir ihn wieder besser wahrnehmen können. Nach dem „Bad“ die Beine nicht abtrocknen, sondern einfach das Wasser mit den Händen abstreifen und die Socken und Schuhe anziehen.

Langfristig gesehen ist es sehr gut sich regelmäßig körperlich zu betätigen. Insbesondere für hochsensible Menschen ist dies wichtig, da sie langfristig gesehen sich etwas mental „abhärten“ und ihren Körper täglich besser spüren, so das es immer weniger zu Überforderungssituationen kommt.
Als sehr sensibler Mensch wirst Du wahrscheinlich keinerlei Gefallen daran haben Dich in einem Fitness Studio sportlich zu betätigen. Macht auch nichts! Ist eh völlig unnatürlich! Ich laufe und mache Yoga. Das sind meine beiden Sachen, wo ich zur Ruhe und Entspannung finde. Wenn ich laufe mache ich dies allein und im Wald. Eine Sportart, die Du in der Natur ausführen kannst wäre von Vortel, da die Natur mit ihrer Ruhe und ihren prächtigen Farben schon alleine dafür sorgen, das Du Dich besser fühlst. Du kannst Yoga im Wald machen, laufen, walken, Fahrrad fahren, Kanu fahren, Berg steigen und wandern, schwimmen, ect… Es gibt so viel, was Du genauso in der Natur, statt in einem Studio machen kannst.
Und da wären wir auch schon beim nächsten Punkt: die Natur! Langfristig gesehen ist ein Leben als hochsensibler Mensch im Einklang mit der Natur erstrebenswert. Viele, die ich kenne ziehen aus der Stadt heraus auf`s Land oder Stadtrand oder in eine ökologisches Wohnprojekt, um sich besser mit der Natur zu verbinden. Sei es durch einen eigenen Garten, durch den Wald, der direkt vor der Haustür ist oder einfach nur die Ruhe, die dort gefunden wird. Wann immer Du kannst versuche Dich mit der Natur zu verbinden.
Mir hilft es in der Erde zu graben, zu säen und zu ernten. Ich bin froh das ich die Möglichkeit habe wann immer ich möchte etwas im Garten zu machen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Meditation. Dies erfordert ein wenig Übung, aber es kann jederzeit damit begonnen werden. Und das Gute daran ist das sie überall durchzu führen ist. Wenn Du in Übung bist kannst Du auf der Arbeit, im Einkaufszentrum, auf Veranstalrungen, ect… eine Meditation mal eben auf der Toilette machen, wenn Du keinen anderen, ruhigen Ort findest. Meditationsprofis können sogar mitten im Trubel sitzen oder stehen und meditieren. Ich kann das noch nicht!
Ich habe mir zu Hause eine kleine Meditationsecke eingerichtet. An Tagen, an denen ich es schaffe 3 mal zu meditieren lebe ich deutlich bewusster. Ich setze mich einfach im Schneidersitz auf ein Kissen auf dem Boden, den Rücken möglichst aufgerichtet, Kopf nicht hängen lassen, Schulter und Arme ganz entspannt. Dann versuche ich die aufkommenden Gedanken fließen zu lassen, d.h. ich bewerte sie nicht wie häufig üblich in gut oder schlecht, sondern nehme sie einfach als einen Gedanken wahr und schiebe ihn liebevoll zur Seite. Diese Meditation kommt aus dem Zen- Buddhismus und kann uns helfen den Kopf frei zu bekommen und einen Zustand der Gedankenlosigkeit zu erreichen. Eine andere Möglichkeit ist es aus einer Stresssituation heraus zu gehen, sich hin zu setzten ( in die eben beschriebene Haltung) und bewusst in den Körper hinein zu fühlen, was er JETZT gerade braucht. Die meisten Menschen funktionieren einfach und wenn man sie fragt was sie eigentlich brauchen, wissen sie dies gar nicht.
Der letzte Punkt ist Dein zu Hause: er sollte für Dich eine Oase der Ruhe und Erholung sein. Bei mir selbst ist das oft sehr schwierig, da wir 2 wilde Jungs haben, die dafür sorgen das es keine Oase der Ruhe wird, sondern ein zu Hause geprägt von Abenteuer und Spannung. Aber Du kannst trotzdem viel dafür tun, um Dein permanent gefordertes Gehirn ein wenig zu entlasten, indem Du für eine reizarme Umgebung sorgst,d.h. wenige Gegenstände und Möbel in der Wohnung und wohltuende Farben an den Wänden sorgen dafür das Du Dich zu Hause bestmöglichst entspannen kannst.

DSCF8132

Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat würde ich mich über einen „Like“ auf meiner Facebook– Seite freuen.
Wenn Du weiterhin meine neuesten Berichte und leckeren Rohkost Rezepte lesen möchtest, kannst Du rechts oben Deine Email Adresse hinterlassen. Du wirst dann jedes Mal benachrichtigt, wenn ich etwas neues geschrieben habe. Es kostet Dich nichts und ist völlig unverbindlich.
Gerne kannst Du mir auch einen Kommentar hinterlassen. Ich beantworte jede Frage und bin dankbar für Anregungen. Auch interressiert es mich natürlich welche Methoden Dir helfen, um mit Deiner Hochsensibilität um zu gehen. Lasst es mich wissen!
Freue mich auf einen schönen Austausch!
Alles Liebe für Dich!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.