aus dem Dörrer, Brot, Frühstück, Wildkräuter- Rezepte
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Kamut- Wildkräuter Knäcke /Scharbockskraut

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Die Wildkräutersaison hat begonnen!!!
Auch wenn das Wetter zur Zeit noch so gar nicht nach Frühling aussieht, zeigen sich trotzdem bereits hier und da die ersten Wildkräuter.
Dies ist zugleich auch der Start für meine Wildkräuterserie.
Ich werde ab jetzt Monat für Monat bis Oktober eine Wildpflanze pro Monat thematisch behandeln und leckere, rohköstliche Rezepte dazu kreieren und mit Dir teilen.
Hierzu kannst Du auch noch mal diesen Bericht von mir lesen.
Das bedeudet nicht das Du auf einmal 5 Rezepte zu dieser Pflanze bekommst, sondern über den ganzen Monat verteilt gibt es zwischendurch immer wieder Rezepte mit dem „Monatskraut“. Natürlich aber auch nicht nur Wildkräuterrezepte, sondern wie gewohnt auch andere roh- vegane Köstlichkeiten.

Ich habe lange überlegt welche Pflanze ich zum Einstieg nehme.
Ich habe mich dann für das Scharbockskraut entschieden, weil diese Pflanze oft die erste im Frühling ist, die in großen Massen in Wäldern auftritt. Man kann sie eigentlich gar nicht übersehen. Sie begegnet Dir bestimmt bei Deinem nächsten Waldspaziergang, wenn Du achtsam bist. Bereits an den Wegrändern breitet sie sich aus und ihre Blätter bilden manchmal ganze Teppiche.
Der Name des Krautes kommt von der Erkrankung Scharbock (Skorbut). Diese Krankheit war eine Vitamin C- Mangel Erkrankung, die häufig gegen Ende des Winters auftrat wenn die Vorräte an eingemachtem Obst schon länger aufgebraucht waren und es auch sonst zu wenig Möglichkeiten gab an Vitamin C-haltiges Obst und Gemüse heran zu kommen. Als diese Pflanze dann gegen Ende des Winters in den Wäldern wuchs konnten die Betroffenen ihre Scharbockserkrankung damit heilen, denn die grünen Blätter haben einen sehr hohen Vitamin C- Gehalt, so dass sie außerdem auch noch gegen die Frühjahrsmüdigkeit genommen wurden.
Auch wenn es die Scharbocks Erkrankung heute bei uns nicht mehr gibt, da wir ganzjährig Zugang zu frischem Obst und Gemüse haben, kann sie jedoch sehr gut gegen die Frühjahrsmüdigkeit genommen werden.
Viele Menschen ernähren sich aus unterschiedlichen Gründen in den Wintermonaten nicht so gesund wie im Frühjahr und Sommer, so das sie sich sehr häufig müde und  kraftlos fühlen Ich finde es immer wieder großartig zu sehen das die Natur eigentlich alles für uns auf dem Tablett serviert. Wir müssen es nur annehmen!
Bist Du müde vom schweren Winteressen? Schwupp! Schon wächst das passende Kraut dagegen. Großartig, oder?

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Dies ist ein typisches Bild eines „Scharbocksteppich“. Scharbockskraut liebt feuchte Wälder und Wiesen und kommt sehr häufig vor. Die Pflanze hat lange Stiele und ihre Blätter sind  herzförmig, leicht glänzend.
Diese Wildpflanze wirkt blutreinigend und ist auserdem noch sehr gut gegen Hautunreinheiten, kann als Sitzbad gegen Hämorrhoiden wirken und ihre Wurzeln können Warzen veräzen.

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Aber Vorsicht bitte: die grünen Blätter dürfen nur bis zur Blüte gegessen werden. Sobald die leuchtend gelben Blüten da sind (ca. Mitte- Ende März bis Mai) sind die Blätter leicht giftig. Sie enthalten dann das Gift Protoanemonin, welches schleimhautreizend ist.
Auch vor der Blüte bitte nicht überdosieren! Ich esse nie mehr wie eine Hand voll davon pro Tag.

Das erste Rezept welches ich Dir mit Scharbockskraut vorstellen möchte ist ein Knäckebrot, welches ich persönlich super lecker finde, da es so schön herzhaft würzig schmeckt.
Es ist mit Kamut gemacht. Kamut ist ein Getreide welches Gluten enthält. Das heißt wenn Du Gluten vermeiden möchtest oder musst nehme statt dessen ein glutenfreies Getreide wie z.B. Buchweizen. In der Rohkostküche werden sehr oft glutenfreie Getreidearten verwendet. Zu Recht, da Gluten viele negative Auswirkungen hat. Kamut jedoch ist ein Urgetreide, d.h. es enthält bei weitem nicht so viel Gluten wie z.B. der hochgezüchtete Weizen. Wenn Du keine Unverträglichkeit gegen Gluten hast und nicht täglich glutenhaltige Getreidesorten isst, kannst Du ohne Bedenken ab und an rohes Urgetreide zu Dir nehmen. Wie mit allem macht die Masse das Gift!

Für dieses Rezept benötigst Du einen Mixer, sowie einen Dörrer und ggf. einen Blender oder elektrische Kaffeemühle.

Also hier das Rezept für ein Dörrblech Knäckebrot:

  • 100g Kamut
  • 80g Mandeln
  • 40g getrocknete Tomaten
  • 4 EL geschroteten Goldleinsamen
  • 4 EL Goldleinsamen ganz
  • 5-6 Möhren
  • eine halbe Zucchini
  • 2 Hand voll Scharbockskraut- Blätter
  • Wildkräutersalz nach Geschmack (ich nehme Herbamare, das hat Rohkostqualität)
  • Wasser

Vorbereitungen.
Am besten ist es wenn Du den Kamut keimen lässt, dann hat er um ein vielfaches Mehr an Vitalstoffen. Wenn Dir das zu zeitaufwendig ist kannst Du ihn auch einfach schroten. Zum Keimen lasse ihn einfach über Nacht in Wasser einweichen, mit klarem Wasser spülen und 2-3 Tage keimen lassen, dabei das Getreide ca. 2x am Tag durchspülen.
Ich habe für dieses Rezept geschroteten Kamut genommen. Diesen habe ich über Nacht in Wasser mit etwas Wildkräutersalz eingeweicht.
Die Mandeln über Nacht einweichen, die getrockneten Tomaten ca. 3-4 Stunden vorher in Wasser einweichen, damit sie schön weich werden.
Möhren und Zucchini waschen und in mixergerechte grobe Stücke schneiden.
Den Leinsamen kannst Du wunderbar in einer kleinen, elektrischen Kaffeemühle schroten.

Gebe nun Mandeln, Tomaten, Möhren und Zucchini in den Mixer und mixe auf kleiner Stufe, bis eine leicht grobkörnige Masse entsteht. Wenn Du gekeimten Kamut verwendest diesen ebenfalls noch im Mixer gleichmäßig mixen und zu den anderen Zutaten hinzu fügen, ansonsten die Mandel-Gemüsemasse zu dem geschroteten Kamut hinzu. Die Blätter des Scharbockskraut fein hacken und zusammen mit dem Leinsamen zur Masse hinzu geben. Gut durchrühren und mit Wildkräutersalz abschmecken und evtl. etwas Wasser hinzu, falls die Masse zu trocken ist.
Nun die fertige Brotmasse ca. 5mm dick gleichmäßig auf eine Dörrfolie streichen. Anschließend die gewünschte Brotform einschneiden, damit das Knäcke nach dem Dörrvorgang einfach in die gewünschten Stücke gebrochen werden kann. Das Schneiden von gedörrtem Brot ist nämlich recht schwierig.
Das Knäckebrot bei 41°C ca. 9 Stunden dörren. Nach der Hälfte der Zeit die Dörrfolie entfernen und die Brote umdrehen.
Gut sind sie wenn sie so richtig schön knackig kross sind. Wie ein Knäckebrot halt!

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Besonders lecker schmeckt dieses Knäckebrot mit einem herzhaften Aufstrich oder einem roh-veganen Käse. Aber auch pur zum Salat ist es ein echter Genuss und wirkt dank des Scharbockskrautes gegen Frühjahrsmüdigkeit.

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