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Johanniskraut: natürliches Antidepressivum/ Herstellung von Rotöl

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Wenn ich die gelben Blüten des Johanniskrautes sehe, dann weiß ich: er ist da!
Der Sommer!
Und dann „durchfährt“ mich ein Gefühl des Glücks, denn ich liebe diese kraft- und lichtvolle Zeit des Mittsommers.
Mittsommer bedeutet für mich lange draußen sein, Barfuß laufen, mit offener Terassentür schlafen, abends noch spielende Kinder draußen zu hören, schlaflose Nächte und nicht zu wissen wohin mit der ganzen Energie, die in mir ist.

Das Johanniskraut ist ein Symbol des Sommerbeginns, des Mittsommers.
Dies verrät ja bereits auch sein Name.
Der Johannistag ist 3 Tage nach dem Mittsommer und genau an diesem Tag öffnet das Johanniskraut seine wunderschönen gelben Blüten.

Es gibt viele Bräuche mit dem Johanniskraut zur Sonnenwende.
So wurde es geräuchert und getrocknet im Haus aufgehängt. Es sollte Schutz geben und die bösen Geister fern halten. Es wurde zur energetischen Reinigung von Räumen eingesetzt, was auch heute wieder vermehrt durch das Räuchern gemacht wird.

Fakt ist: Johanniskraut ist einfach eine mega tolle Pflanze und ich bin der Meinung das jeder sie kennen sollte und sie sich zu Nutze machen sollte….dann wären wir alle im Winter etwas fröhlicher!
Denn das Johanniskraut erblüht in den Tagen im Jahr, in denen uns das meiste Licht zur Verfügung steht. In einer Zeit in der die Tage am längsten sind und die Nächte am kürzesten. Dieses Licht speichert die Pflanze in sich und gibt es uns in der weniger lichtvollen Zeit, also im Winter, zurück.
Das getrocknete Johanniskraut ist eines der bekanntesten pflanzlichen Mitteln gegen leichte bis mittelschwere Depressionen, Unruhezuständen und Angstzuständen. Es ist der „Vermittler des Sonnenlichts“, wenn wir den Blick für das Licht verlieren. Das Johanniskraut bringt wärmende Sonnenstrahlen in depressive Gemüter.

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Aber genauso wie es Dir innerlich helfen kann, kann es Dir auch bei äußeren Verletzungen helfen.
Du kannst aus den Blüten des Johanniskraut ein Rotöl machen welches Dir bei Rückenschmerzen, Muskelverspannungen- und zerrungen, Muskelkater, Bandscheibenschäden, Blutergüsse, Gürtelrose, bei Verbrennungen und Sonnenbrand hilft. Auch als Hautpflege bei trockener Haut ist Rotöl super,
Abert Du kannst das Öl auch innerlich anwenden. Es hilft Dir bei Verdauungsbeschwerden, die mit einem entzündlichen Prozess einhergehen.

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Wie kannst Du Johanniskraut erkennen und anwenden?

Die Blätter als auch die Blüten bilden ein typisches Erkennungsmerkmal.
Die kleinen Blättchen des Johanniskrautes sind dunkelgrün und „durchlöchert“.
Auf dem oberen Bild kannst Du die Löcher gut sehen wenn Du das Bild vergrößerst. Die Löcher sind sehr klein und mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen.
Wenn Du Dir jedoch ein Blatt abzupfst und gegen die Sonne oder ins helle Licht hältst erkennst  Du die vielen Löcher im Blatt.
Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist die gelbe Blüte: sie hinterlässt  rote Spuren an Deinen Fingern, wenn Du an ihr reibst. Das Blut des Johannes (Johannes der Täufer), sagt man. Diese Färbung macht auch später das Rotöl aus, wenn Du die Blüten in Öl einlegst. Jedoch müssen die Blüten trocken sein um diesen „Test“ zu machen. Direkt nach einem Regen funktioniert das nicht.

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Oben auf dem Bild ist die rote bis leicht violett/bläuliche Verfärbung am Finger nach dem Zerreiben einer Blüte.
Stimmen diese beiden Erkennungsmerkmale überein dann kannst Du Dir recht sicher sein das es sich um das Johannsikraut handelt.

Das Johanniskraut leuchtet im Sommer an Wegen und Feldrändern, in trockenen Wiesen, auf Äckern und Bergmatten bis 1.500m Höhe. Es blüht von Juni bis in den Spätsommer hinein und kann bis zu 50–60 cm hoch werden.

Aber wie kannst Du es jetzt für Dich verwenden?

Für einen Tee, der Dir im Winter bei Depressionen hilft kannst Du die Blüten und Blätter sammeln und diese trocknen. Dieses kannst Du machen indem Du die ganze Pflanze kopfüber an einen warmen, aber schattigen Ort aufhängst oder sie auf einem Gitter ausbreitest. Ist sie vollständig durchgetrocknet kannst Du die Blätter und Blüten abzupfen und in einem dunklen Glas aufbewahren.

Herstellung des Rotöls

Für das Rotöl brauchst Du nur die Blüten. Gehe hier beim sammeln achtsam vor, d.h. nicht alle Blüten der Pflanze nehmen und auch nicht die ganze Pflanze ausreißen, sondern vor Ort nur einzelne Blüten abzupfen und diese direkt in ein Glas geben. Das Glas vorher sterilisieren, indem Du es für ca. 3min in kochendes Wasser gibst. Das verhindert das das Öl ranzig werden kann und gewährleistet somit eine bessere Qualität.

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Anschließend bedecke die Blüten komplett mit eine guten Olivenöl. Wichtig ist wirklich das alle Blüten mit Öl bedeckt sind. Ansonsten kann es zu Schimmelbildung kommen.
Deckel drauf und das Glas für 4 Wochen an einen hellen Ort stellen.
Regelmäßig schütteln und schauen, ob Feuchtigkeit am Deckel oder oberen Glasrand auftaucht. Wenn ja, dann abwischen und stets darauf achten das alles mit Öl bedeckt ist. In dieser Zeit bekommt das Johannisöl seine markante rote Farbe.
Nach den 4 Wochen das Kraut abseihen (ich habe es nochmals durch einen Kaffeefilter laufen lassen, damit auch keine Fasern mehr darin sind.
Anschließend in dunkle Flaschen geben. Das Öl ist bis zu einem Jahr haltbar.

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Hier siehst Du im vorderen Glas das Öl nach 2 Wochen (nach 4 Wochen ist es noch etwas dunkler). Im hinteren Glas sind frisch eingelegte Blüten.
Das Öl kannst Du nun zum Einmassieren der betroffenen, schmerzhaften Stellen nehmen. Ich nehme es z.B. nach einem langen Lauf, wenn ich leichten Muskelkater habe.

Natürlich kannst Du Dir auch eine Tinktur aus Johanniskraut machen. Dazu nehme Blätter und Blüten.
Wie Du Dir eine Tinktur selbst machst erfährst Du hier.

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