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Grüne Wildkräutersmoothies-worauf Du achten solltest /Giersch

Nun sind wir in meiner Wildkräuterserie schon bei der dritten Wildpflanze angelangt.
Ich habe keinen feststehenden Plan für die ganzen Monate, sondern überlege mir von Monar zu Monat welche Wildpflanze ich als nächstes nehme.
Und für den Monat Mai habe ich mich für den Giersch entschieden. Normalerweise wollte ich ihn nicht mit rein nehmen, weil ich dachte das jeder Wildkräuterinterressierte doch zumindest den Giersch kennen würde. Aber ich habe festgestellt das dies nicht so ist. In fast jedem Garten wächst er, und ist ein sehr unbeliebtes“ Unkraut“, da er sehr hartnäckig ist. Viele kennen ihn nur vom Sehen und wissen nicht das es sich bei diesem lästigen „Unkraut“ um den Giersch handelt und wie wertvollt und schmackhaft dieser ist. Und so habe ich mich entschlossen  dieser wertvollen Pflanze, die meine absolute Lieblingswildpflanze ist noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken, denn sie hat es verdient!
Bevor ich den Giersch nämlich kannte ging es mir genau wie vielen anderen auch. Ich habe mich über das ständig nachwachsende Kraut in meinem Gemüsebeet geärgert und ständig gezupft und gezupft. Gleichzeitig habe ich aber gehört das es eine Wildpflanze gibt, die sehr wertvoll ist und Giersch heißt, wußte aber nicht das dies das lästige Kraut in meinem Beet ist.
Bis ich eine ältere Gärtnerin kennen lernte, die mir sagte:“Wenn sie den Giersch dauerhaft weg bekommen wollen, müssen sie sich schwarze Gärtnerfolie kaufen und diese über die Erde legen. Neue Erde drauf und darauf neu aussäen. Der Giersch schafft es nicht durch die Folie zu kommen.“ Giersch? Das ist Giersch??? Von wegen Gärtnerfolie!!! Noch am selben Abend informierte ich mich auf`s Neue über die Nährwerte dieser Pflanze und konnte nur mit dem Kopf schütteln, das man diese aus dem Garten verbannen möchte.
Am nächsten Morgen ging ich in den Garten und konnte dem Giersch ganz anders begegnen. Ich habe mich über jedes zarte Pflänzchen gefreut was aus der Erde heraus kommt. Und als ich den ersten Giersch roh gegessen hatte war es um mich geschehen. Da wußte ich das dies „meine“ Pflanze war!
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Der Giersch (Aegopodium podagraria) gehört zur Famile der Doldenblütler. In der Heilkunde nennt man die rot angeschwollene und schrecklich schmerzende Zehe bei einem Gichtanfall Podagra, daher der Name. Giersch wurde nämlich früher bei Gicht und Rheuma eingesetzt und auch heute noch enthalten homöopathische Mittel gegen Rheuma und Arthritis Auszüge vom Giersch.
Auf dem Foto oben siehst Du ein ganz junges Gierschpflänzchen. Im Gegensatz zu dem älteren Giersch glänzt er. Wenn Du noch keinen Giersch gesehen hast und diesen sammeln möchtest, finde ich diese Eselsbrücke ganz passend:  Drei, drei, drei- bist beim Giersch dabei, das heißt der Blattstiel ist dreikantig, das Blatt ist dreigeteilt und auch die Einzelblätter sind dreigeteilt.
Du findest ihn z.Zt. in Massen auf Wiesen, an Waldrändern und in Gärten.

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Hier siehst Du den etwas älteren Giersch. Du kannst ihn durchaus noch füt grüne Smoothies verwenden, aber zum pur essen und für Salate empfehle ich Dir den jungen, glänzenden, wie er auch hier zwischen dem alten Giersch zu sehen ist.
Der Giersch hat weiße Blüten. Leider habe ich davon kein Bild, da noch keine Blütezeit ist und ich vom letztem Jahr auch kein Foto mehr gefunden habe. Die Blüten haben eine Ähnlichkeit mit der wilden Möhre, der Bibernelle oder dem sehr giftigen Schierling! Deshalb bitte immer als Bestimmungsmerkmal die Blätter nehmen, dann kann nichts schief gehen.
Du kannst den Giersch das ganze Jahr über ernten. Er wächst ständig wieder neu nach.

Der Giersch ist reich an Vitamin C, Kalium, Phosphor, Magnesium und Calcium.
Er wirkt u.a.gegen Verdauungsschwäche, Rheuma, Gicht, Durchfall, Krampfadern, Zahnschmerzen,  Hämorrhoiden und Ischias.
Wenn Du einen Sonnenbrand oder einen juckenden Insektenstich hast, kannst Du den Giersch klein schneiden oder pürieren und auf die betroffenen Stellen reiben. Das hilft gut! Auch hat er eine entzündungshemmende, entwässernde und beruhigende Wirkung, wenn er roh gegessen wird.
Also wieder mal ein wahres Wunderpflänzchen, was viele so achtlos rausreißen und weg schmeißen, oder?
Seitdem ich um die Kostbarkeit des Giersches weiß freue ich mich wie bereits gesagt über jedes neue Pflänzchen. Ich habe dieses Jahr schon gar kein Salat mehr gesät, weil dies mein täglicher Salat ist, den ich inzwischen geschmacklich jedem Gekauften vorziehe.
Ich habe das Glück das auf der Wiese der Schule meines Sohnes alles prall voll Giersch ist, so das ich morgens, nachdem ich Noah in die Schule gebracht habe einen Beutel voll jungen Giersch sammel und das Gleiche nochmals wenn ich ihn abhole. So esse ich täglich mindestens 500g Giersch (einen rießen Berg) und mir geht es fabelhaft damit. Am Wochenende bringe ich ihn mir nach dem Joggen aus dem Wald mit, denn ohne geht`s gar nicht mehr, da fehlt mir was und mein Garten gibt sooo viel auch nicht her!

Ich möchte Dir daher als erstes meine beiden Möglichkeiten vorstellen, wie ich derzeit meinen Giersch konsumiere. Vielleicht wäre da ja auch was für Dich!
Am späten Vormittag mache ich mir einen grünen Smoothie.

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Auf diesem Foto ist ein typischer morgendlicher Smoothie von mir. Wahrscheinlich fällt Dir auf das er so dunkel ist, gar nicht richtig grün. Das liegt an dem sehr hohen Gierschgehalt. Als Einsteiger empfehle ich Dir aber nicht so viel zu nehmen, sondern pro Smoothie (250ml Wasser) ca. 2 Hand voll.
In meinen Smoothie kommt zusätzlich noch eine kleine Banane und 2 TL Xylit.
Warum ich das Ganze so minimalistisch mache darauf gehe ich später noch mal ein.
Verfeinere Dir zu Anfang Deinen Smoothie nach Deinem Geschmack mit frischen Obst. Ich gebe Dir jetzt hier mal einen leckeres Einsteiger Rezept:
auf 250ml Wasser kommen 2 Hand voll Giersch, eine halbe Banane, ein halber Apfel und eine viertel frische Mango. Alles auf höchster Geschwindigkeit im Mixer für ca. 1 Minute mixen, bis keine gröberen Stücke mehr drin sind und der Smoothie schön cremig ist. Versuche dies mal jeden Morgen zu trinken, immer mal wieder mit etwas anderem Obst. Du wirst merken wie Deine Vitalität nur durch dieses Zusatzgetränk am Tag zunehmend steigt.
Wenn Du dann länger dabei bist kannst Du den Gierschanteil erhöhen und evtl. den Obstanteil reduzieren. Je länger Du nämlich täglich grüne Smoothies trinkst desto mehr gewöhnt sich der Geschmack an das Grün und desto mehr möchte er davon. Irgendwann ist ihm der Anfangssmoothie zu süß und er bevorzugt herbere Getränke.
Mein Smoothie ist inzwischen richtig herb. Ein Einsteiger würde ihn im hohen Bogen wieder ausspucken, ich aber liebe ihn genau so!
Am späten Mittags esse ich dann einen leckeren Salat aus frischen Giersch.

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Dieser ist auch ganz einfach:

  • ca. 100-150g Giersch
  • eine Tomate
  • eine geraspelte rote Beete
  • als Toping gekeimen und zurückgetrockneten Buchweizen und Sonnenblumenkerne
  • etwas Rohkost-Leinsamenöl
  • etwas rohes Olivenöl
  • etwas Zitronensaft
  • mit Meersalt und Pfeffer verfeinern

Ich finde das so unglaublich lecker das ich da zur Zeit keine Variation benötige, sondern mich jeden Tag auf genau diesen Salat freue. Danach bin ich für den Rest des Tages gesättigt und fit!

Aber was ist denn jetzt mit dem Smoothie? Warum so wenig Obst im Smoothie?

Hier ein paar Tipps von mir für euren grünen Smoothie:

  1. Wenn Du noch wenig Wildgrün vorher gegessen hast fange sehr sparsam damit an. Zu viel Wildgrün auf einmal kann zu einer starken  Entgiftung führen. Entgiftung ist ja gut und auch gewollt, jedoch sollte sie nicht zu stark sein, da Du sonst z.B. mit starker Müdigkeit, Hautreaktionen und Kopfschmerzen  reagieren könntest.
  2. Damit es zum Einstieg gut schmeckt kannst Du Dir Deinen Smoothie schon nach Belieben mit Deinem Lieblingsobst verfeinern. Jedoch sollte das Ziel sein das Obst bis auf ein Minumum zu reduzieren, da das meiste Obst überzüchtet ist und einen zu hohen Fruchtzuckeranteil hat. Ein zu hoher Fruchtzuckerkonsum führt dazu das der Fruchtzucker dem Körper Mineralien entzieht, welche er sich dann wieder aus Knochen und Zähnen löst. Leute, die sehr viel Obst essen haben deswegen häufiger auch kariöse Zähne. Desweiteren führt ein hoher Fruchtzuckerkonsum zu Verdauungsschwierigkeiten. Durch das herbe Grün verliert man häufig das Gefühl dafür wieviel Obst mit in den Smoothie rein darf, da von der ursprünglichen Süße nicht mehr so viel zu merken ist. Häufig würde man so viel Obst gar nicht pur essen, wie man sich es in den Smoothie macht.
  3. Entweder nur Obst oder nur Gemüse zusätzlich zum Wildgrün in den Smoothie. Keine Kombination aus Obst und Gemüse, da dies im Darm zu Fäulnissen und Gärungen führen kann. Obst wird viel schneller verdaut wie Gemüse und sollte daher stets als erstes gegessen werden. Wenn alles an Obst aufgegessen ist am besten ca. 15 Minuten warten und dann das Gemüse essen. Also keine Kombinationen!
  4. Ein grüner Smoothie ist als eine vollwertige Mahlzeit zu sehen. Am besten ist es wenn Du ihn langsam Schluck für Schluck trinkst oder am besten mit einem Löffel genießt.
  5. Dadurch das alle Zutaten zusammen vermischt werden schmeckt man einzelne Zutaten nicht mehr so heraus, d.h. ein etwas unangenehmerer Geschmack, z.B. von einer Wildpflanze wird durch eine andere Zutat, wie z.B. süßes Obst, aufgehoben. Dadurch kann es dazu kommen das man zu viel Wildgrün zu sich nimmt. Bei Giersch ist das nicht ganz so schlimm, aber wenn Du später noch mehr Wildpflanzen kennst und Deine eigenen Wildkräutersmoothies kreierst solltest Du nie mehr Wildgrün rein machen wie Du auch pur essen würdest. Es gibt Wildpflanzen, wie z.B. der Spitzwegerich, die bei einer zu hohen Dosis extreme Entgiftungserscheinungen auslösen können.

Wenn Du diese wenigen, einfachen Grundregeln beachtest kann Deinem gesunden Smoothiegenuss eigentlich nichts mehr im Wege stehen.
Ich würde mich freuen von Deinen Erfahrungen zu lesen!

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2 Kommentare

  1. auch ich liebe Giersch und freue mich über ihn, verwende Giersch ebenfalls für Smoothies, Pesto, Wildkräutersalate, Kräuterbutter, Suppen….

    • Oh ja! Pesto ist auch eine gute Idee. Hab ich noch gar nicht aus probiert, stelle es mir aber extrem lecker vor…..

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