aus dem Dörrer, Brot, Frühstück
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Buchweizenbrot

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Brot ist immer wieder ein Thema wenn ich unterwegs bin.
Auf Fortbildungen oder Kursen stelle ich immer wider fest das die anderen Teilnehmer überwiegend Brot als Pausensnack mit dabei haben.
Wir kennen das doch auch noch aus unserer Schulzeit. Statt Salat, Gemüse oder Obst wurde ein Brot gegessen, das klassische Pausenbrot.
„Unser täglich Brot gib uns heute……“

Daran sieht man das das Brot in unserer Gesellschaft stets einen sehr hohen Stellenwert hatte und auch immer noch hat. In keinem anderem Land der Welt gibt es so viele verschiedene Brotsorten wie in Deutschland. Es gilt als nährend und sättigend….
Sättigend..ja,ok!Stimmt!                                                                                                                                    Aber nährend??? Nicht wirklich!
Gerade wenn es auch noch aus Auszugesmehl gebacken wird.
Aber auch selbst reines Vollkornbrot ist kritisch zu sehen. Der Anteil an Gluten im Getreide ist trastisch gestiegen, insbesondere bei Weizen. Aber auch in Dinkel und Roggen ist der Glutenanteil gestiegen. Der Preis dafür sind immer mehr Glutenunverträglichkeiten in unserer Bevölkerung.
Aber woran liegt das das heute mehr Gluten als früher im Getreide ist?
Kurz: die Sorten sind maßlos überzüchtet!
Gluten ist ein Klebereiweis und sorgt dafür das das Mehl sich gut verarbeiten, gut backen läßt. Super Eigenschaft für die Industrie….
Der Weizen z.B. besitzt das dreifache an Gluten wie sein Vorgänger, der Urweizen.
Und auch essen wir soviel Brot wie nie zuvor. An fast jeder Straßenencke gibt es inzwischen eine Bäckerei, die die unterschiedlichsten Backwaren anbietet.
Wenn man alte Bauersleute befragt, können diese sich noch daran erinnern wie sie früher das Brot selbst gebacken haben.

Ich war einmal in einem Landwirtschaftsmuseum und durfte denProzess des Brotbackens am „eigenen Leibe“ erfahren. Das Getreide wurde ohne Maschinen vom Feld geerntet, zum Trocknen aufgestellt. Dann wurde es von Hand gedroschen, was eine körperliche Schwerstarbeit war.
Das Dreschen diente um den Spelz vom Korn zu bekommen. Das Getreide wurde dafür auf eine große Plane ausgelegt, abgedeckt und dann wurde mit dem Dreschflegel (ein dicker, langer Stock) immer drauf geschlagen, so das die einzelnen Getreidekörner raus sprangen. Bis man da 250g Getreidekörner für ein Brot zusammen hatte war man schon „Schweiß gebaded“.
Nun wurde das Getreide gemahlen (viele Bauern hatten hierzu eine kleine, handbetriebene Getreidemühle).
Die Roggenkörner wurden dann zu einem Sauerteig angesetzt, der erst mal ein paar Tage fermentieren musste, bevor er weiter verarbeitet wurde. Der fertig geknetete Brotlaib wurde dann im Backhaus im Dorf (größere Bauernhöfe hatten ein eigenes, kleines Backhaus) gebacken. Dieses musste aber auch von Hand mit Holzkohle angeheizt werden.
Wenn dann endlich, endlich das duftend frische Brot fertig war, glaubst Du der Bauer hat soviel davon gegessen wie wir es heute tun?
Nein!
Es war noch eine ganz andere Wertschätzung dahinter und es war arbeitstechnisch gar nicht zu leisten so viel Brot zu essen.
Kurzum: das Getreide hatte weniger Gluten und Brot wurde wesentlich weniger gegessen.
Also war Glutenunverträglichkeit völlig unbekannt.
Ja! Man wusste ja noch nicht mal was Gluten überhaupt war!
Die vielen Unverträglichkeiten heute liegen also meiner Meinung nach an einem Überangebot, also einem zuviel an Gluten!
Das heißt wie müssen umdenken, dürfen das Ganze nicht ignorieren.
Glutenfreie Brote sind auf dem Vormarsch, schmecken jedoch zum Teil überhaupt nicht und stecken zudem noch voller anderen chemischen Inhaltsstoffen.
Das heißt für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit lohnt es sich wieder selbst iht Brot zu machen.
Ich möchte all denen, die eine Glutenunverträglichkeizt haben Mut machen und zeigen das es auch mega leckere und einfache Rezepte gibt, die jeder im Handumdrehen selbst zu Hause machen kann.
Denn auch selbst wenn Du keine Unverträglichkeit hast macht es Sinn Gluten zu reduzieren oder sogar, wenn Du es schaffst, ganz darauf zu verzichten.
Gluten ist ein Nervengift, welches nachgewiesen die Symptome bei Autismus, ADHS und gar bei Schizophrenie verstärkt. Selbst bei „gesunden“ Menschen kann es zu depressiven Verstimmungen und Konzentrationsstörungen führen .
Also probiere es einfach mal 3-4 Wochen aus ohne Gluten zu leben. Du wirst den Unterschied merken.
Dieses Rezept wird Dir dabei helfen. Es ist aus nur 2 Zutaten hergestellt!
Ja, genau! Nur 2 Zutaten!!!
Zwei einfache Zutaten, die zudem noch regional sind. Unz zwar Buchweizen und Leinsamen und etwas Wasser.

Du brauchst:

  • 250g Buchweizen
  • ca. 80-100g Goldleinsamen
  • Wasser
  • etwas Himalayasalz oder „typische“ Brotgewürze wie Fenchel, Kümmel, Anis oder Koriander ( gibt es auch fertig als Brotgewürzmischeung von z.B. „Lebensbaum“ zu kaufen)

Zubereitung:

Den Buchweizen keimen lassen. Du weichst ihn dafür einfach für 20 Minuten in Wasser ein und gießt dieses ab. Dann gibst Du ihn in Keimgefäße (Keimglas- oder Turm) und läßt ihn für ca, 1,5 Tage keimen.
Buchweizen keimt sehr schnell und ist super pflegeleicht. Einfach alle 8 Stunden spülen, indem Du ihn mit klarem Wasser durchspülst und dieses wieder vollständig abgießt.
Nach 1,5 Tagen wirst Du sehen das der Buchweizen schon schön gekeimt ist.
Den Goldleinsamen gebe in einen kleinen Mixer oder Blender und vermahle ihn zu Mehl.
Den gekeimten Buchweizen gebe in eine Küchenmaschine mit S-Messer. Wenn Du eine „Pulse“ Taste hast betätige diese so lange bis der Buchweizen fein krümelig geworden ist. Gebe das Leinsamenmehl hinzu und soviel Wasser das es ein glatter, lockerer Teig gibt.
Diesen lasse für ca. 1-2 Stunden quellen, ggf. zwischendurch noch etwas Wasser hinzu fügen wenn der Teig zu trocken ist.
Zum Schluß füge die Gewürze nach Geschmack hinzu. Bedenke jedoch dabei das durch den Dörrvorgang der Geschmack intensiver wird, d.h. gehe äußerst sparsam insbesondere mit Salz um.
Den fertigen Teig auf Dörrfolien gleichmäßig ausstreichen und mit dem Messer grob andeuten wo das Brot nachher geschnitten werden soll.
Im Dörrer bei 40°C ca. 10 Stunden dörren. Dabei nach ca. 6 Stunden die Dörrfolie abnehmen und ohne diese weiter dörren.
Das Brot ist dann gut wenn es schön knusprig ist.

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Wenn Du keinen Dörrer hast, dieses Brot aber trotzdem einmal ausprobieren möchtest kannst Du es auch im Backofen machen. D.h. Du streichst die Masse auf einer Backfolie aus und gehst ansonsten genauso vor wie beim Dörren.
Den Backofen stelle auf 50°C. Wenn Du möchtest kannst Du noch einen Holzlöffel zwischen die Backofentür geben, damit diese einen Spalt breit geöffnet ist. Dann kannst Du eine noch etwas niedrigere Temperatur erreichen.
Eine zuverlässige Rohkosttemperatur kann mit dieser Methode jedoch nicht erreicht werden. Trotzdem ist es eine gute Methode um dieses Brot einmal zu testen. Und lecker und gesund ist es: egal ob auf Rohkosttemperatur gedörrt oder nicht!

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Ich habe dieses Brot bei einem gemeinsamen Frühstück mitgebracht wo keine Rohköstler dabei waren und wo „ganz normale“ Speisen wie Wurst, Käse, Brötchen, Kuchen, ect…angeboten wurden. Alle haben von diesem Brot probiert und waren begeistert. Ich hatte es zusammen mit meinem leckeren Käse angeboten. Die Kombination ist der echte Knaller!
Einige wollten sofort das Rezept dafür haben und einer regte sogar an das ich dieses produzieren und verkaufen sollte. Nun ja! Den Preis für Handarbeit ist ja keiner bereit zu zahlen und somit ist diese Idee leider nicht realisierbar.

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Viel Spaß beim Ausprobieren.
Und wenn Du Fragen hast hinterlasse mir einfach einen Kommentar…

Alles Liebe für Dich

2 Kommentare

  1. Siegfried Dojan sagt

    Geht es nicht genau so gut mit ganzen gekeimten Buchweizensprossen und vorgeweichten Leinsamen
    Ist so eine Idee von mir ( durch den Mixvorgang wird das ätherische Öl freigesetzt )
    LG Siggi

    • Diana sagt

      Hallo Siggi,
      ja, geht natürlich auch. Ich habe es noch nicht gemacht, denke aber das das Brot dadurch recht hart wird. Wenn Du es ausprobiert hast schreibe mir doch einfach mal wie es war….
      LG Diana

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